Wohnen in St. Gallen: Wo sind die Traumlagen?

„Das Studium kann ganz schön stressig sein“ ist eine Warnung, die sicher ein jeder von den Neueintretenden oft gehört hat. Wahrscheinlich sogar zu oft. Aber ja, in der Tat, das Studium ist keine, wie in zahlreichen American Pie Filmen suggerierte, Dauerparty sondern hat durchaus seine Schwierigkeiten. Gerade die HSG schafft mit den Selektionsbestrebungen im Assessment durchaus einen gewissen „Stress“. Aber das wusste man ja bereits, als man sich beworben hat.

Dennoch, im Sinne der vielfach beschworenen Work-Life Balance muss ein Ausgleich her; dieser Gegenpol zur Universität sind vielfach die eigenen vier Wände, die eigene Wohnung. Die Entscheidung, wo und wie sollte also gut überlegt sein, damit sie den eigenen Vorlieben, dem eigenem Naturel entspricht.

Die Wohnungssuche selbst gestaltet sich relativ einfach, vorausgesetzt, man beginnt rechtzeitig. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Möglichkeiten in der letzten Woche vor Studiumsbeginn doch eher begrenzt sind und man wohl mit mehr Kompromissbereitschaft als gewünscht entscheiden muss.  Deshalb: rechtzeitig suchen. Denn dann bietet St. Gallen studierendenfreundliche Rahmenbedingungen: günstige Mietpreise (ab 400 CHF – open end) und eine hohe Fluktuationsrate innerhalb der Wohnungen. Wie mittlerweile in den meisten Bereichen des Lebens hat das Onlineangebot die traditionellen Dienstleister in deren Bedeutung abgelöst; vielfältigere Angebote gibt es nirgendwo. Gute Ausgangslage bietet die auf der Seite der Studentenschaft der Universität St. Gallen zu findende Wohnungssuchmaschine. Wer ein Zimmer in einer bestehenden WG sucht, sollte sich noch auf wg-gesucht versuchen.
Wer dagegen lieber alleine, oder selbst eine eigene Wohngemeinschaft gründen möchte, hat auf anzeiger.ch die besten Chancen. Das Angebot an leerstehenden Wohnungen ist riesig und bietet für jeden Geschmack etwas.

Schwieriger ist vielmehr die Entscheidung, welche Wohnung aus all den Angeboten wohl die richtige ist. Der leicht überforderte Assessi mag sich eine Vielzahl von Fragen stellen, wenn er sich ohne Ortskenntnis durch etliche Wohnungsanzeigen quält: „Wohin eigentlich? Wo sind meine Kommilitonen? Wer lebt in meiner Nachbarschaft? Wie schnell bin ich an der Universität? Wo finden die Partys statt?“ Dabei stets die Furcht im Hinterkopf, irgendwo in der Walachei, fernab vom studentischen Leben zu landen.

Keine Sorge; wie so oft in der Studienzeit kann man sich auf die Erfahrungen der älteren Semester verlassen. Ein paar Kommilitonen schildern euch die Vorzüge und Nachteile ihrer Wohnungen. Rein subjektiv, aber da bei der ganzen Subjektivität auch irgendwo die Objektivität drunter verborgen liegt durchaus hilfreich. Entscheidet selbst, wo ihr euch widerfindet und was euch zusagt.


Karte HSG auf einer größeren Karte anzeigen

Michael Pum, Rosenberg/Universität
Auf dem Rosenberg zu wohnen bringt nicht nur den Vorteil, nah an der Uni zu sein, was bei regelmässigen Vorlesungsbesuchen und Gruppentreffen eine echte Zeitersparnis ist; der Rosenberg bietet darüber hinaus auch eine sehr ruhige und entspannte Gegend und mit dem Tierpark bzw. dem angrenzenden Wald eine schöne Laufstrecke. Nachteile: Seit gefühlt 3 Jahren reisst die Stadt durchgehend unsere Strasse auf, nach dem Ausgang ist ein „Steilhang“ zu bewältigen und seien wir ehrlich: wer geht schon in Vorlesungen?

 

 

Philipp Dörrie, St. Georgen
St. Georgen liegt auf dem gegenüberliegenden Hang zur Uni. Auf dem ersten Blick abgelegen vom studentischen Leben; in der Tat dauert es mit Umsteigen zur Uni knapp 20 Minuten und nachts muss man nach dem Feiern entweder ein Taxi nehmen oder über eine gute Kondition verfügen.
Doch gleichzeitig offeriert St. Georgen dem Studenten ungeahnte Vorteile: die Wohnungen sind vergleichsweise günstig und darüber hinaus sehr modern, wir haben die beste Bäckerei und liegen keinen Steinwurf von den Drei Weihern entfernt – sobald die Sonne scheint St. Gallens place-to-be. St. Georgen ist eben Natur. Da verwundert es auch nicht, wenn Nachbars Kuh lautstark durchs Fenster muht!

 

Pascal Fischer, St. Fiden
St. Fiden bietet dem Studierenden günstige Mietpreise und top Busverbindungen; alle fünf Minuten fährt ein Bus ins Zentrum. Doch leider nur tagsüber. Sollte man nachts von den Clubs nach Hause laufen dauert das 20 Minuten und je nach Promillegrad noch länger; alternative ein Taxi für zirka 15 CHF.
Wer Grünes mag ist in St. Fiden weniger gut aufgehoben; dafür gibt’s einen direkten Autobahnanschluss und top Shoppingmöglichkeiten mit einem riesigen Migros.

 

 

 

Simone Steiner, Marktplatz/Zentrum
Im Zentrum zu wohnen hat einen grossen Vorteil: alles befindet sich in einer Reichweite von fünf Gehminuten. Natürlich heisst das auch, dass man nie durch leere Strassen geht und immer von Menschen umgeben ist. Das wird dann nervig, wenn man eigentlich gern schlafen würde, das Partyvolk seine Feier aber in deinen Innenhof verlegt hat oder wenn sich deine Freunde zwischen drei und vier Uhr morgens zu einem spontanen Besuch, ist ja gerade neben dem Club, entscheiden, während du am nächsten Tag Prüfung hast. Doch abgesehen davon: beste Lage!

 

 

Yannick Heid, Uzwil/außerhalb
Ich wohne in Uzwil, in der Nähe vom Bahnhof, das heisst ich habe trotz der grossen Distanz nach St.Gallen (ca. 25km) nur 25min mit dem Zug/Auto. Von der Wohnung her zahle ich nur etwas mehr als 500Fr. Miete (grosse 3 Zimmer-WG mit Balkon und Garage).
Das Einkaufen beschränkt sich in Uzwil aber auf das Notwendigste. Ebenfalls sucht man in Uzwil vergeblich eine Partymeile. Dafür hat es ein modernes Kino, eine Kunsteisbahn und ein Schwimmbad, was gerade jetzt im Sommer wichtig wird! Ich wohne außerhalb, weil ich dadurch meinen Sport, Eishockey, und Studium unter einen Hut bringen kann.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://sw2012.startwoche.ch/2012/08/02/st-gallen-where-to-be/

Kommentar verfassen